Ueber den Staedtebau.
Haette bitte jemand kurz die Musse, eine Definition von Stadt zu erstellen oder von irgendwoher herzukopieren?
So lange die echte nicht da ist, eine kurze handgestrickte: Eine ganze Weile sind die Menschen einfach so und ein wenig haltlos in der Gegend herumgestromert. Alle durcheinander. Mit der Erfindung der Sozialhilfe (oder auch ALG II) stiess dieses Gesellschaftsmodell jedoch an seine Grenzen, weil die auszahlende Stelle einen festen Wohnsitz vorschrieb. Die Stadt wurde erfunden. Die Menschen wohnen da seither mehr oder minder stetig an einem festen Platz.
Nach dieser Definition ist Delhi keine Stadt. Mit Ausnahme von Neu Delhi vielleicht. Einer aeusserst massiven, in Summe jedoch recht farblosen Erfindung der ebenso farblosen Englaender.
Das eigentliche Delhi - zu finden in Old Delhi oder im Paharganj - ist keine Stadt. Obwohl schon mehrere Jahrhunderte da, hat es Delhi noch nicht geschafft, sich eine ansatzweise feste Form zu geben, in der Orte oder gar Menschen zuverlaessig auffindbar waeren.
Delhi fuehlt sich eher an, wie eine 10 Millionen Menschen grosse Karawane, die eben zufaellig Halt gemacht hat, aber gleich wieder weiter ziehen wird. Alles ist in Bewegung. Alles schuettelt sich unter einer leichten Schicht Staub. Nichts ist fest. Die Haeuser koennten Morgen woanders sein. Es ist sowieso nichts drin, was laenger als eine Stunde zum Zusammenpacken braucht. Alle Einkaufsstrassen sind nicht mehr als ein loser fliegender Basar. Und die Menschen brummen in staendiger Unruhe umher, als muessten die besten Plaetze im Treck gesichert werden.
Vielleicht sollte man in Delhi ALG II einfuehren. Das koennte helfen.
Andererseits. Ist es auch so ganz nett.



January 13th, 2007 at 12:14
Das mach ich doch gern, darf ich Wikipedia zitieren:
STADT:
“Eine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte; vgl. dagegen Staat) ist eine größere, zentralisierte, abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Ihre Einwohnerschaft kann ethnisch, sprachlich, sozial, kulturell, konfessionell etc. äußerst vielfältig sein.
Städte sind aus kulturwissenschaftlicher Perspektive der Idealfall einer Kulturraumverdichtung und aus Sicht der Soziologie vergleichsweise dicht und kopfreich besiedelte, fest umgrenzte Siedlungen (Gemeinden) mit vereinheitlichenden staatsrechtlichen bzw. kommunalrechtlichen Zügen wie zum Beispiel eigener Markthoheit, eigener Regierung, eigenem Kult und sozial stark differenzierter Einwohnerschaft. Das Letztere unterscheidet sie von Lagern (Arbeitslagern, Straflagern, Winterquartieren von Heeren u.ä.), das Erstere z.B. vom Dorf. In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden.
Mit der Planung von Städten beschäftigt sich die Stadtplanung und der Städtebau. Essenziell für das Funktionieren einer Stadt sind die Raum- und Verkehrsplanung. Bebauungs- und Flächennutzungspläne beschäftigen sich mit der optimalen Abstimmung von privat, kommerziell und öffentlich genutzten Flächen, Gebäuden und Einrichtungen. Stadtentwicklungspläne geben die Richtung der Stadtentwicklung vor und können negative Auswirkungen gegenwärtiger Probleme und Trends wie Urbanisierung und Suburbanisierung durch geschickte Planung für die Zukunft minimieren.”
Ich bin beeindruckt, wie detailliert Ihr Eure bisherige Reise dokumentiert habt. Wenn Ihr das durchhaltet, weiß man am Ende besser als Ihr selbst, wo Ihr wart und was Ihr erlebt habt. Für einen abschließenden Reisebericht braucht Ihr nur noch alle Blogs und Fotos zusammenzukopieren, und schwups, fertig ist das Buch. Dann müssen wir eigentlich auch kein Wiedersehenstreffen organisieren ;-) Brave new world. Weiter so Jungs!
Gruß Jörn