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Am Wegesrand, Teil 4.

Keine Ahnung ob wir selbst daran geglaubt haben. Aber wir sind oben angekommen. Oben, in Darwin. Trotz der mordluesternen Einheimischen und der uns hinfortschwemmen sollenden Fluten. Wie konnte das passieren?

Broome -> Broome -> Broome -> Broome; Verkehrsmittel: Noch immer der Wagen.
Ganz klar ist das nicht mehr. Aber ungefaehr so oft sind wir umgezogen in Broome. Vom Last Resort in den Kimberley Klub ins Cable Beach und zurueck in den Kimberley Klub. Oder so aehnlich. Immer auf der Suche nach einem Doppelzimmer. Weil, ist alles voll. Es ist zwar strassenfegende Nebensaison, aber alle guenstigen Unterkuenfte sind von Arbeitskraeften belegt. Wo die Reisenden hin sollen, wenn Saison ist, bleibt unklar. Sonst Broome, die westaustralische Reisendenkapitale? Wir haben Auszeit gemacht. Und das geht schon ganz gut. Vor der Hitze des Tages kann man sich im Shopping-Center oder dem Pool verstecken. Es gibt - eine Seltenheit in diesen Landstrichen - echte Cafes. Und des Abends wartet mit den Sun Pictures ein charmant gealtertes Open Air Kino mit Strandbestuhlung.

Broome -> Derby
Derby war mal, Broome ist heute. In Derby sind die Strassen wohl ganzjaehrig leer und die Badezimmer der Hotels werden nur halbjaehrlich gereinigt. Aber, sie haben Tiedenhub in Derby. Ueber 11 Meter, sagen sie. Ganz schoen viel von oben nach unten.

Derby -> Halls Creek
Hinter Derby geht’s ab ins Landesinnere. Hier werden die Temperaturen noch etwas hoeher, das Land mal etwas karger, mal huegeliger, mal roter, mal schoener. Und in der Mitte von allem kann man dann in Halls Creek uebernachten. Viel Ort ist nicht. Aber man kann herumlaufen und staubig schoene Dinge sehen. Die spannendste Beschaeftigung allerdings ist leider verboten.

Halls Creek -> Kununurra
In Kununurra muss man schon allein des Namens wegen halten. Braucht ja so lange, bis man das auf dem Strassenschild gelesen hat. Ausserdem haben sie in Kununurra etwas, das sie Mini Bungle Bungles nennen. So was wie die grossen echten, die in einem Nationalpark in der Naehe stehen. Aber weil alles grosse echte in diesen Gegenden wegen Regenzeit geschlossen ist, haben wir uns eben die kleine Faelschung angeguckt. Und die Stadt gleich mit. Angenehm.

Kununurra -> Katherine
Kurz hinter Kununurra ist die Grenze zwischen Western Australia und dem Northern Territory. Dahinter werden die Strassen schmaler und kurviger. Deshalb darf man auch schneller fahren. Die Landschaft wird dazu noch etwas wilder. So wie Menschen es ihrem Ruf nach auch sein sollen. In Katherine Erholung bei einem 2-Tages-Stopp im Beagle Motor Inn. Und Besuch der Katherine Gorge.

Katherine -> Jabiru
Jabiru ist mitten im Kakadu National Park. Richtig viel kann man hier in der Regenzeit mit einem Zweirad getriebenen Fahrzeug nicht ausrichten. Aber es reicht. Es reicht fuer weite Blicke ueber Feuchtwiesen, Aussichten auf Felsen und von ihnen herunter. Und fuer an den Waenden taenzelnde Malereien.

Jabiru -> Darwin
Und. Schon da. Mit bummelig 7.000 Kilometern mehr auf dem Zaehler des Wagens ist der Zielort fuer ein Mal die Westkueste hoch und dann quer rueber bis zur Mitte erreicht. Es bleiben nur noch wenige Tage in Gesellschaft des mittlerweile nicht mehr sehr wohlriechenden Fords. Dann muessen wir uns wieder mit uns selbst beschaeftigen.

Beagle Motor Inn.

Bisweilen ist das knapp rechts von hier zu sehen. Der tiefere Grund unseres Unterwegsseins ist das Aufspueren der weltweit schoensten und besten Herbergen. Und mit Stolz moechten wir der bislang zumindest in Worten etwas stiefmuetterlich behandelten Liste mit dem Beagle Motor Inn in Katherine, Northern Territory, Australien einen weiteren Eintrag hinzufuegen. In der Unausweichlichkeit seiner eigenen Vergangenheit gefangen hat supersoon die Herberge blind gewaehlt, nur um festzustellen, dass er bereits 1998 hier Halt machte.
Er war richtig froh. Und gewann mit diesem Gestaendnis sogar den Betreiber des Hauses zum Freund, der sich in seinem Hauptberuf sonst nur dem Fluchen und Fangen von Krokodilen widmet.

Neben den wie gesehen aeusserst ansprechenden Zimmern, die fuer kleines Geld zum Beschlafen angeboten werden, sind gut aussehende Frauen mit noch besser aussehenden Autos eine weitere Attraktion des Hauses. Was das Beagle allerdings unwiderstehlich macht sind die Abendmahlzeiten fuer 12 Dollar 50, die vom Koch mit miesem Grinsen serviert werden. Nicht weil das Essen schlecht waere, sondern weil der Teller vor Fuelle platzt und mit dem Kommentar “you better finish” serviert wird. Und wenn man den Teller nicht leer macht, entspannen sich Unterhaltungen, die das Beagle in den Rang einer schlechten Fernsehshow katapultieren, die einem den Finger auf der Fernbedienung gefrieren lassen.
Wir lassen euch allein mit der Bewertung des Ausrisses einer Unterhaltung zwischen dem Krokodile fangenden Wirt W und dem bekennenden Alkoholiker am Nebentisch A.
W: “eh, you’re not eatin’ your corn?”
A: “what, we’re gettin’ some porn?”
W: “that’s were you get your fibre from.”
A: “from porn?”