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Staengt.

Wenn die losen Stuecke gesammelten Sprachhalbwissens nicht ganz fehl gehen, heisst das geschlossen auf Schwedisch. Hoffentlich. Und wir sind weit weg von Schweden. Aber Bekannte von einer Generation ueber uns machten einst Urlaub dort. Und kamen mit diesem einen gelernten Wort wieder, weil alles geschlossen war. Und nichts offen.

Und weil wir schon lange nicht mehr genoergelt haben: Ein bisschen ist es hier auch so. Zumindest seit Broome.
Natuerlich lag dieser tolle Ozean da. Warm und einladend. Aber zu. Von boesen Quallen in Anspruch genommen, die bei beschwimmen mit Mord drohen. Und diese vermutlich grossartigen Nationalparks liegen auch da. Aber zu. Weil Regenzeit ist und alles aus Prinzip ueberschwemmt, auch wenn seit Ende Januar niemand mehr einen Regentropfen in der Gegend gesehen hat. Und Geschaefte sind auch da, Restaurants, Souvenirshops und solche Dinge. Aber zu. Denn Regenzeit ist Nebensaisonzeit, und da fallen in Geschaeften um 17 Uhr und in Restaurants um spaetestens 21 Uhr die Rolllaeden herunter.
Das kann schon frustrierend sein. Man will schliesslich Dinge sehen und noch mehr anderen Menschen um einen herum zeigen, welch guter Laune man ist und alles anlaecheln, was nicht aus dem Weg springt. Und dann ist da nichts und keiner.

Auf der anderen Seite der Muenze geben wir aber auch gerne zu: Es ist hervorragend so.
Zwar liegt wirklich die eine oder andere kleine Enttaeuschung auf dem Weg. Aber das war auch klar. Und dafuer bekommt man dieses ganze Land fast ganz alleine gezeigt. Es ist ja kaum einer da, der mit einem ein Auge darauf werfen wuerde. Wo immer man ist, man alles fuer sich. Niemand versperrt die Aussicht, keiner macht dumme Kommentare. Alles ist still. So still, dass man des Tags die kleinen Lizards krabbeln und des Nachts die Sterne am Firmament vorbeiziehen hoert.
Naja, fast.

Vom Himmel gefallen.

Im einem kleinen Paralleluniversum ist auch Freund Oezguer da draussen unterwegs. Und der erlebt andauernd die tollsten Dinge, waehrend wir hier durch die Einsamkeit der Nebensaison gleiten. Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, dass wir bloss rumluschen, hat sich herr_schaft selbstlos bereit erklaert, vom Himmel zu fallen.
Zugegeben, ein vollwertiger Moellemann ist nicht draus geworden, aber zwei Sekunden Herzstillstand war es schon wert, in 4.000 Metern Hoehe ueber dem Meer vor Broome aus dem Flugzeug zu fallen. Mit einem Menschen auf dem Ruecken, der wiederum ein angeblich rettendes Stueck Stoff auf dem Ruecken hat.

Die Haelfte des Vergnuegens liegt bereits im Aufstieg. Da Australier das Thema Energiesparen sehr ernst nehmen, wird das kleinste moegliche Fluggeraet gewaehlt, in das neben dem Piloten, dem Mann mit dem Schirm und dem selbstmordgefaehrten Gast gerade noch eine Katze passen wuerde. Aber die Aussicht ist phaenomenal. Sie wird grandios und beaengstigend, wenn der Mann mit dem Schirm auf dem Ruecken einen bittet, sich doch bitte aus der offenen Tuer zu lehnen, damit man UUUUooooaaaahh ploetzlich taumelnd nach unten und schraeg wie quer uebereinander taumelnd durch die Luft faellt. Schnell faellt. Und sich dreht. Und das eigene Grinsen hinter den Ohren am Hinterkopf wieder zusammenschlagen fuehlt.
Dann irgendwann und viel zu frueh macht es so etwas wie Tschack, Rack, Pfflloouuuhp, man wird langsamer und haengt in der Luft wie ein Kaenguru-Baby, das vor statt im Bauch der Mutter getragen wird. Mit Armen und Beinen, die nutzlos in der Gegend herumhaengen. Und im festen Glauben, dass dieser Haltegriff nicht lange gut gehen kann und man unweigerlich auf dem Strand unterhalb zerschellen wird.
Tut man aber wundersamerweise nicht. Oder nicht ganz so wundersamerweise, wenn man kurz nach oben guckt und das Pfflloouuuhp in Gestalt des Schirmes ueber sich sieht. Dann ist alles wunderbar. Ein paar Kurven und einige Oohs und Jaahs spaeter steht man auf dem Boden. Der allerdings war unterhalb der Knie auch schon mal fester.