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Staengt.

Wenn die losen Stuecke gesammelten Sprachhalbwissens nicht ganz fehl gehen, heisst das geschlossen auf Schwedisch. Hoffentlich. Und wir sind weit weg von Schweden. Aber Bekannte von einer Generation ueber uns machten einst Urlaub dort. Und kamen mit diesem einen gelernten Wort wieder, weil alles geschlossen war. Und nichts offen.

Und weil wir schon lange nicht mehr genoergelt haben: Ein bisschen ist es hier auch so. Zumindest seit Broome.
Natuerlich lag dieser tolle Ozean da. Warm und einladend. Aber zu. Von boesen Quallen in Anspruch genommen, die bei beschwimmen mit Mord drohen. Und diese vermutlich grossartigen Nationalparks liegen auch da. Aber zu. Weil Regenzeit ist und alles aus Prinzip ueberschwemmt, auch wenn seit Ende Januar niemand mehr einen Regentropfen in der Gegend gesehen hat. Und Geschaefte sind auch da, Restaurants, Souvenirshops und solche Dinge. Aber zu. Denn Regenzeit ist Nebensaisonzeit, und da fallen in Geschaeften um 17 Uhr und in Restaurants um spaetestens 21 Uhr die Rolllaeden herunter.
Das kann schon frustrierend sein. Man will schliesslich Dinge sehen und noch mehr anderen Menschen um einen herum zeigen, welch guter Laune man ist und alles anlaecheln, was nicht aus dem Weg springt. Und dann ist da nichts und keiner.

Auf der anderen Seite der Muenze geben wir aber auch gerne zu: Es ist hervorragend so.
Zwar liegt wirklich die eine oder andere kleine Enttaeuschung auf dem Weg. Aber das war auch klar. Und dafuer bekommt man dieses ganze Land fast ganz alleine gezeigt. Es ist ja kaum einer da, der mit einem ein Auge darauf werfen wuerde. Wo immer man ist, man alles fuer sich. Niemand versperrt die Aussicht, keiner macht dumme Kommentare. Alles ist still. So still, dass man des Tags die kleinen Lizards krabbeln und des Nachts die Sterne am Firmament vorbeiziehen hoert.
Naja, fast.

Weisse Baeuche, rote Baeuche.

In Australien sind alle Menschen ganz braun. Alle, bis auf die Australier. Die haben das mit dem Ozonloch verstanden und halten sich bedeckt, wenn sie nicht berufsmaessig in Gaerten oder auf Baustellen arbeiten, was allerdings wiederum auf die Haelfte der Bevoelkerung zuzutreffen scheint.
Aber was die Australier machen ist eigentlich auch egal. Wir sind ja keine. Und als keine Australier muessen wir in Australien ganz braun sein. Sonst zaehlt das, was wir tun, nicht als Urlaub oder Reise. Ausserdem kommt man sich ein bisschen komisch vor, wenn man nach Wochen des in der Sonne herumlaufens am Strand eine gesunde Treckerfahrer-Braeune mit leuchtend weissem Bauch umherzeigt.
Wir hofften in diesen nun vergangenen Tagen, dass niemand - wenn auch unabsichtlich - eine Kamera auf die Baeuche richten moege und das Resultat auf flickr oder aehnlichem der Oeffentlichkeit zugaenglich machen moege. Kann man flickr in solchen Faellen verklagen? Das fotografierende Subjekt haftbar machen oder ihm zumindest mit der kasachischen Mafia drohen?
Klang alles unsicher. Dann lieber Sonne, mit Schutzfaktor zwischen 20 und 50 kann man ja mal kurz.

Kurz kann man aber vor allem ganz schoen doesig werden, wenn man so im heissen Sand unter der noch heisseren Sonne liegt. So doesig, dass man ein wenig wegschlummert und erst genug Energie zum Aufstehen verspuert, wenn die Zunge als ausgetrocknetes Stueck Seegurke am Gaumen klebt.
Das mit dem weissen Bauch hat sich dann erledigt. Nur fotogener ist er damit nicht geworden.