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Erwartungen.

Gründliche Vorbereitung auf ein Ereignis.
Der beste Weg, Enttäuschungen zu vermeiden. Oder das Auftreten unerwarteter Begebenheiten zu verhindern.
Die Welt da draußen ist gefährlich. Dem muss entgegengewirkt werden.
Und da der offizielle Teil der Vorbereitung qua Komplexität vorwiegend sich selbst überlassen wurde, gilt es, zumindest mental mit einem wohldefinierten Satz an Erwartungen ausgerüstet zu sein:

3 Monate sind lang.
3 Monate vergehen wie im Flug.
supersoon wird mir auf die Nerven gehen.
Ich werde supersoon auf die Nerven gehen.
Früher oder später ist keine saubere Unterhose mehr zur Hand.
Pro Land findet sich mindestens eine miese, hinterhältige, nichtsnutzige und unwürdige Zecke, die uns übers Ohr haut.
Das Klopapier geht aus.
Die besten Momente werden flüchtig sein.
Die durch Sonnenbrand verursachten Falten gehen nie wieder raus.
Gerade hatte ich noch Geld im Portemonnaie. Und jetzt ist…beides weg.
Der nächste Bus fährt immer in einer Viertelstunde. Egal wie viele Stunden man schon an der Haltestelle steht.
Die Anfahrtszeit der Pannenhilfe beträgt 8 Stunden.
Einer schnarcht.

Lässt sich weiterer Unbill abhalten?
Nach besten Kräften werden wir der kürzlich nahezu unachtsam per SMS mitgeteilten Lebensmaxime von Freund N. nacheifern: ‘ich bin besoffen, da bin ich grundsätzlich nicht depressiv…’

6 Mal werden wir noch wach.

Beängstigend.
Diese Nähe des Datums.
Vielleicht ist jetzt doch mal sowas wie Vorfreude oder Fingerspitzenkribbeln an der Reihe. Lange Zeit waren supersoon und ich im Umkreis der befragten oder sich ungefragt äußernden Menschen diejenigen, die am wenigsten von der 3MonateUmDieHalbeWeltReise beeindruckt waren.

’schon aufgeregt?’, die Frage begleitet uns länger, als die Reisedaten feststehen. ‘ihr schweine’, sagen die Menschen seitdem. ‘ich will auch’ ‘find ich toll, dass ihr euch das traut’ ‘boah’ ‘mann, ‘bin ich neidisch’ ‘kann ich nich mit?’

Wir? Ich? Keine Ahnung.
Das soll kein Mangel an Demut sein. Keine leichte Schulter, weil wir sowas ja schließlich andauernd machen; oder andere Menschen das Wort Reise nicht in den Mund nehmen, bevor sie nicht mindestens ein Jahr unterwegs sind (Angeber, übrigens).
Da kommt schon genug. Genug neues, aufregendes, mitnehmendes, hirnbitzelndes.
Aber für das gedankliche Umreißen einer 3-monatigen Reise ist mein Hirn einfach zu klein. Oder derzeit noch zu verstopft.
Gegen ersteres wird nicht viel zu machen sein. Aber Nr. 2 - und das ist das einzige, wofür konkrete und unaufschiebbare Vorfreude besteht - Nr. 2 wird sich irgendwo zwischen der 2. und 6. Reisewoche erledigen.
Hoffentlich aber nur im Hirn.