archive for posts tagged 'india'.

Super Deluxe Double?

Volga II. Code der Stunde und Synonym fuer die Hoffnung.
Hoffnung, dass doch nicht alles dem Verderben anheim fallen wird. Obwohl es am Anfang nicht unbedingt danach aussah.
Zum Aufspueren von Super Deluxe Double zumindest haetten wir den Herrn vom Londoner Flughafen mitnehmen sollen, der - abseits aller Verkaufsshops - durch seine zeitlose Sherlock Holmes Muetze auffiel. In Mumbai angekommen war von dem Zimmer keine Spur mehr uebrig. Kein Pickup am Flughafen, wie zugesagt. Kein Mensch, der im Hotel von einer Reservierung wusste. 01:30 Flughafen Mumbai.

‘no room available.’ ‘no sir, we don’t have a reservation for mr. petsch.’ Ungeklaert bislang, wie nun die Strafe ausfallen wird, die fuer Nichterscheinen nach Bestellung des Zimmers noch per Mail angedroht wurde.

Ein dicklicher Mr. Tourism Supervisor - einer dieser Menschen, denen man sich an fremden Flughaefen nie nie anvertrauen sollte; aber Energie ist schliesslich auch endlich - hat danach zunaechst alles im Griff. Ein Zimmer, ein Taxi, kein Ding. Klar, hier kann jeder mit allem helfen.
Wir fahren ins Hotel Imperial Palace. Ah.
Fuer noch mehr Geld als vorher. Aber schliesslich ist Messe. Alles voll. Sagt Mr. Tourism Supervisor.

Im Palace warten 4 Bedienstete auf Trinkgeld. Die Waende im Zimmer warten darauf, vom Schimmelpilz befreit zu werden. Die Zwischenraeume zwischen Fenster und Brett warten darauf, dass der Muell von ihn genommen wird. Die Bettwaesche wartet auf den Wechsel.
Aber fuer - das wird jetzt aber nicht verraten, sonst gaeben wir uns der Laecherlichkeit preis - 5.400 Rupien kann man schliesslich nicht alles haben.
Ausser Anrufe auf dem Zimmertelefon. Ab 8 Uhr. Wohin das Fruehstueck? Was haben sie vor? Schnell, heute schliesst alles frueh? Ich bin der Manager. Wir koennen Ihnen gerne eine Reise nach Goa organisieren.
Alles. Was man nie wollte.

Die Flucht gelingt ueber die Brueder Rajesh und Rakesh Kangada. ‘assistance for following services: air bookings, hotel booking, international airport to domestic airport car service / assistance’ Bei Not ueber +919829434025 zu erreichen.

Zwei Fahrten spaeter im selbst gewaehlten Volga II. Kein Schimmel. Keine 4 Bediensteten. Beginn einer Aussoehnung mit Land und Leuten.
Von jetzt an aufwaerts.

Super Deluxe Double.

Alles in trockenen Tüchern. Diese Reise geht glatt.
Nach Produktion von Telefonkosten in der Höhe von ich will’s gar nicht wissen haben wir ein Bett für die erste Nacht in Mumbai. Warum so schissig und nicht einfach mal ankommen und gucken? Kommt später. Wenn das Selbstbewusstsein der Reisenden in ihr Karma gewachsen ist. Und. Vor Ort ein Zimmer finden kann ja jeder. Aus der Entfernung das richtige wählen und sich dann fernmündlich mit freundlichen Indern auseinandersetzen - das ist die Herausforderung.
(Außerdem, OK, kommen wir um zwanzig vor eins nachts da an. Und hatten einfach keine Lust, dann noch auf die Suche zu gehen. Wie profan.)
Telefonieren mit Indern, schnell gelernt, ist super. Vor allem, wenn man Selbstgespräche mag. Typische Gesprächsverläufe gehen ungefähr so.
Ring: ‘hotel aircraft international’ ‘yes, hello, my name is s…’ Klick. Aha.
Aber steter Tropfen und so. Jetzt haben wir ein Zimmer. Nicht irgendeins. Ein Super Deluxe Double Room in diesem…Tempel.
Zu einem Preis von Schwamm drüber. Einfachere Zimmer? Ja, hätten wir auch gerne gehabt.
‘we don’t really need super deluxe. don’t you have standard rooms?’ ‘oh no. all standard rooms booked for three months.’
Klar. Und die tagesschau fällt heute aus.

Hinterhergeworfen: Für die bislang kräuseligsten Wünsche zur Reise einen Dank an Podcastra.