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Am Wegesrand, Teil 5.

Und Ende. Vermutlich. Sag niemals nie sagt niemand kleinerer als James Bond. Und da wir mindestens so unverbindlich sein wollen wie der, gibt’s natürlich keine finalen Auskünfte über das Finale. Aber immerhin, dies könnte gleich das Ende sein. Daher aus alter Gewohnheit ein Abriss, wie es dazu kommen konnte.

Darwin -> Sydney; Verkehrsmittel: Flugzeug.
Das ist jetzt gefühlt wirklich lange her. Mal überlegen. 6. März oder so, vielleicht. Wochentag unkontrollierbar. In Darwin hat es in der Erinnerung ausschließlich geregnet, weshalb wir auch unseren Körpern reichlich Flüssigkeit zugeführt haben, um mit der Umwelt im Gleichgewicht zu bleiben.
Sydney im Anschluss fast wie ein Heimspiel. Wohlig warm in Klima und Menschen. Könnte sie auch nur ein Wort hiervon lesen, würden wir uns bei Sue für die Unterkunft bedanken. Kann sie aber leider nicht. Zehn Tage haben wir in der Stadt und drum herum genossen und Gedankenspiele gespielt, wie es wohl wäre. Niemals nie sagen wäre es.

Sydney -> Tokyo; Verkehrsmittel: Flugzeug.
Was diese Stadt hier genau ist, ist noch immer nicht klar. Der Prototyp von Stadt vermutlich. Das neueste und am weitesten entwickelte Produkt aus der Baureihe Metropole. Fragte uns jemand nach einem Tipp für eine Städtereise. Hier.
Zum Glück haben wir die Heimstadt von Julie und Olli inklusive nachwachsenden Beitragszahlern für die Rentenkasse als Unterschlupf angeboten bekommen. Sonst hätten wir vermutlich vergessen, zwischendurch Luft zu holen.

Tokyo -> Naoshima -> Tokyo; Verkehrsmittel: Zug.
Zwei Tage Rundreise mit dem Shinkansen einem Tipp von Nanna folgend auf die Insel Naoshima. Aus Babel hinaus in eine kleine Welt voller Museen, Architektur und Kunst in unterschiedlichsten Formen. Und in eine Welt, in der niemand Englisch spricht. Beides spannend.

Tokyo -> Nikko -> Tokyo; Verkehrsmittel: Auto.
’sag nicht prächtig, bevor du nicht nikko gesehen hast.’ Sagt ein japanisches Sprichwort. Was wiederum zumindest die Reiseliteratur behauptet. Einen Japaner dazu zu befragen, ist äußerst schwierig. Er würde sich vermutlich ausgiebigst für die Frage bedanken, statt sie zu beantworten. Aber auch erfundene Sprichwörter können stimmen. Und in Nikko haben wir uns unsere Dosis japanische Tempel abgeholt. Wo wir schon Kyoto ausgelassen haben, war das mehr als fair. Unfair allerdings die Temperaturen im Bergland oberhalb Nikkos. Wir mussten durch Schnee gehen. Echten weißen. Schlimm. Zum Glück hat der gastgebende nihonsurfer das Auto gelenkt, sodass wir uns vor dem Essen im Restaurant, in dem schon Bush und Koizumi speisten, ein wenig vom Schock erholen konnten. So werden wir auf den letzten Metern doch noch Posh.

Tokyo -> Na. Ganz so weit ist es noch nicht.

Arigato gozaimasu.

Alle noch Lost in Translation im Kopf? Nicht dass der Film nun unbedingt Maßstab für alles ist, was man in Tokyo zu erleben kriegt, aber trotzdem. Die Szene zur Aufnahme des Suntory Werbeclips, in der der Clip-Regisseur Bill Murray zwei Minuten Instruktionen auf japanisch gibt, die eine Übersetzerin ohne Verlust von Informationen mit ‘dreh dich zur kamera und hebe das glas’ übersetzt? Stimmt.
Japaner reden viel. Je weniger man sie versteht, desto mehr. Und man versteht sie gar nicht.
Kauft man in unseren Gefilden eine Tube Duschgel, sagt die Kassenperson ‘guten tag, 3,50 bitte, danke’. In Japan wird die gleiche Transaktion ungefähr und leider nur frei übersetzbar so abgewickelt.

‘hallo.’
‘oh hallo. schön, dass sie heute bei uns einkaufen. vielen dank. ah, ich sehe, sie haben sich für das dove duschgel entschieden. sehr gut und vielen dank für den einkauf. das macht 358 yen, bitte. oh, ein 500 yen-stück geben sie mir, das ist sehr nett. vielen dank, sie sind ein guter kunde. sehen sie, ich greife nur kurz in die kasse und hier haben sie 142 yen zurück und ihren bon natürlich bitte schön. vielen herzlichen dank für ihren einkauf nochmals und ich wünsche ihnen, dass sie der begründer einer wohlriechenden familie sein werden.’
‘danke.’

Unter vier arigato gozaimasu - für vielen Dank und ohne gesprochenes u am Ende, aber mit langem as - geht in der Kommunikation mit Dienstleistungen gar nichts.
Dieses umfassende Mitteilungsbedürfnis gepaart mit durchdringender Freundlichkeit reicht über alle Leistungserbringer bis zur Massage und mehr Dame, die sich der Untiefen der englischen Sprache vielleicht, aber nur vielleicht, nicht ganz bewusst ist, wenn sie nach Darlegung ihrer Leistungen zum Abschied freundlich winkt und mit hoher Stimme sagt: ’suck you very much.’