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Beagle Motor Inn.

Bisweilen ist das knapp rechts von hier zu sehen. Der tiefere Grund unseres Unterwegsseins ist das Aufspueren der weltweit schoensten und besten Herbergen. Und mit Stolz moechten wir der bislang zumindest in Worten etwas stiefmuetterlich behandelten Liste mit dem Beagle Motor Inn in Katherine, Northern Territory, Australien einen weiteren Eintrag hinzufuegen. In der Unausweichlichkeit seiner eigenen Vergangenheit gefangen hat supersoon die Herberge blind gewaehlt, nur um festzustellen, dass er bereits 1998 hier Halt machte.
Er war richtig froh. Und gewann mit diesem Gestaendnis sogar den Betreiber des Hauses zum Freund, der sich in seinem Hauptberuf sonst nur dem Fluchen und Fangen von Krokodilen widmet.

Neben den wie gesehen aeusserst ansprechenden Zimmern, die fuer kleines Geld zum Beschlafen angeboten werden, sind gut aussehende Frauen mit noch besser aussehenden Autos eine weitere Attraktion des Hauses. Was das Beagle allerdings unwiderstehlich macht sind die Abendmahlzeiten fuer 12 Dollar 50, die vom Koch mit miesem Grinsen serviert werden. Nicht weil das Essen schlecht waere, sondern weil der Teller vor Fuelle platzt und mit dem Kommentar “you better finish” serviert wird. Und wenn man den Teller nicht leer macht, entspannen sich Unterhaltungen, die das Beagle in den Rang einer schlechten Fernsehshow katapultieren, die einem den Finger auf der Fernbedienung gefrieren lassen.
Wir lassen euch allein mit der Bewertung des Ausrisses einer Unterhaltung zwischen dem Krokodile fangenden Wirt W und dem bekennenden Alkoholiker am Nebentisch A.
W: “eh, you’re not eatin’ your corn?”
A: “what, we’re gettin’ some porn?”
W: “that’s were you get your fibre from.”
A: “from porn?”

Staengt.

Wenn die losen Stuecke gesammelten Sprachhalbwissens nicht ganz fehl gehen, heisst das geschlossen auf Schwedisch. Hoffentlich. Und wir sind weit weg von Schweden. Aber Bekannte von einer Generation ueber uns machten einst Urlaub dort. Und kamen mit diesem einen gelernten Wort wieder, weil alles geschlossen war. Und nichts offen.

Und weil wir schon lange nicht mehr genoergelt haben: Ein bisschen ist es hier auch so. Zumindest seit Broome.
Natuerlich lag dieser tolle Ozean da. Warm und einladend. Aber zu. Von boesen Quallen in Anspruch genommen, die bei beschwimmen mit Mord drohen. Und diese vermutlich grossartigen Nationalparks liegen auch da. Aber zu. Weil Regenzeit ist und alles aus Prinzip ueberschwemmt, auch wenn seit Ende Januar niemand mehr einen Regentropfen in der Gegend gesehen hat. Und Geschaefte sind auch da, Restaurants, Souvenirshops und solche Dinge. Aber zu. Denn Regenzeit ist Nebensaisonzeit, und da fallen in Geschaeften um 17 Uhr und in Restaurants um spaetestens 21 Uhr die Rolllaeden herunter.
Das kann schon frustrierend sein. Man will schliesslich Dinge sehen und noch mehr anderen Menschen um einen herum zeigen, welch guter Laune man ist und alles anlaecheln, was nicht aus dem Weg springt. Und dann ist da nichts und keiner.

Auf der anderen Seite der Muenze geben wir aber auch gerne zu: Es ist hervorragend so.
Zwar liegt wirklich die eine oder andere kleine Enttaeuschung auf dem Weg. Aber das war auch klar. Und dafuer bekommt man dieses ganze Land fast ganz alleine gezeigt. Es ist ja kaum einer da, der mit einem ein Auge darauf werfen wuerde. Wo immer man ist, man alles fuer sich. Niemand versperrt die Aussicht, keiner macht dumme Kommentare. Alles ist still. So still, dass man des Tags die kleinen Lizards krabbeln und des Nachts die Sterne am Firmament vorbeiziehen hoert.
Naja, fast.