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Non Veg.

Holla Bangkok. Was ein Wechsel vom winterlichen Delhi in dieses schwuelheisse Reisendenzentrum.
Nach dem chaotischen, aufreizenden, manchmal nervigen, aber immer ambivalenten Indien ist hier mit einem Mal alles Deluxe Vollfarben.
Eindeutig fleischig, auch. Gab’s gerade noch kaum ein Huhn zu essen, sind die Speisekarten jetzt voll von Tieren. Und die Strassen auch. Gegen jede Sittlichkeit wird Kleidung nur zum Verdecken der schamhaftesten Koerperteile genutzt. Ganz weit vorne mit den eindeutig zu identifizierenden, leuchtend roten Koepfen unsere Freunde von der Insel. Obwohl der naechste Strand weit hinter dem Horizont liegt, raeubern die besten ihrer Exemplare in Badehose und mit freiem Oberkoerper durch die Strassen. Reisen mit vollem Koerpereinsatz.

Hat aber trotzdem was entspannendes. Klar sind wir auch nur einen Steinwurf weit von der Kao San Road abgestiegen. Wenn schon, denn schon. Aber in dieser internationalen Blase, die keinen wirklichen Bezug zu irgendeinem Land oder einer spezifischen Kultur hat, sondern nur dem Vergnuegen und der Kauflust der Reisenden gewidmet ist, fuehlt man sich sofort drin, zugehoerig.
Wenn die ganze Welt da ist, ist man eben Teil davon. Thailand gibt da nur zufaellig den Hintergrund. OK, und die Masseusen.

Alles ganz natuerlich.

Wir haben eine Tour gemacht. Mit einem Jeep hinaus in die Wueste vor den Toren von Jodhpur.
Solche kleinen Ausfahrten sind ja aeusserst leerreich.
Der touristisch exzellent ausgebildete und englisch radebrechende Fahrer gibt ueber den Tag hinweg sein Fachwissen ueber die Gegend und ihre Geschichte preis, was zusammengenommen rund sieben Minuten Sprechzeit bedeutet. Man erhaelt eine Einfuehrung in die lokalen Handwerkskuenste des Toepferns und Webens sowie insbesondere die Kunst, die hergestellte Ware auch direkt vor Ort zu verkaufen.

Und man darf ganz urspruengliche und natuerliche Dinge tun. Opiumstueckchen essen. Und Opiumtee trinken.
Oder ganz weit draussen in der Wueste zu einer nur dem Tourguide bekannten Familie fahren, in deren Vorgarten einem die Damen des Hauses das Mittagsmahl bereiten. Ein einfaches, ganz natuerliches Mahl, aus den Dingen hergestellt, die vor Ort zu finden sind. Das ist lecker. Und toll natuerlich, weil es so direkt und urspruenglich und natuerlich ist, dass man sich fast als Entdecker glaubt.

Ein klein wenig wird die Idylle nur gestoert, wenn man das Mittagsessen in dieser natuerlichen Umgebung unnatuerlich langsam isst. Dann geraet der Zeitplan der Idylle aus den Fugen. Der Herd muss gereinigt, die Liegen neu sortiert werden. Mit lautem Hupen wird der naechste Tourgast herangejeept. Die Mienen werden hektisch, die Blicke leicht betreten.
Kannte wohl doch noch jemand, diese Familie.