Boy vs. Girl in Japan.

Als Mädchen oder auch als erwachsene Version eines solchen würd’ ich nicht nach Tokyo fahren. Gibt wirklich nicht viel zu erwarten.
Die Japaner anderen Geschlechts sind größtenteils über Gebühr klein, sodass man sich zum Sprechen bücken muss. Einige haben tatsächlich krumme Beine, was auch nicht zur Attraktivitätssteigerung beiträgt. Um diese Defizite wett zu machen, greifen manche zu bis zu drei Dosen Haarspray pro Tag, um hinsichtlich des Kopfschmucks sogar die Italiener zu übertreffen. Geraten die Jungs aus dem Haarspray-Alter heraus, fangen sie als ihre Interpretation eines Mannes an, breitbeinig sitzend grimmig zu gucken und mit einer künstlich vertieften Stimme zu sprechen, als hätten sie ein leeres Faß Whiskey geschluckt.
Diese Aussicht sollte keine Reise lohnen.

Jungs und groß gewordene hingegen sollten durchaus in Betracht ziehen, zumindest ihren Zweitwohnsitz nach Tokyo zu verlegen. Denn die Frauen sind rundherum und herausragend niedlich. Beinahe alle ziehen ihre Strümpfe bis über die Knie nach oben. Vermutlich weil die Röcke so kurz sind, dass es sie sonst wirklich friert. Und auch wenn die Hälfte fast von ihnen herunterfällt, versuchen zumindest viele, mit hohen Absätzen ein paar Zentimeter Höhe herauszuschlagen. Und egal ob mit Absatz oder ohne, die Fußspitzen werden beim Gehen nach innen gekehrt. Ruiniert zwar die Gelenke, sieht aber viel süßer aus als gerade laufen. Im Gegensatz zu den Männern reden die Frauen mit künstlich hoher Stimme. Macht sie noch süßer.
Die Vollendung japanischer Weiblichkeit schließlich sind die Damen, die sich voll und ganz ihrer Berufung hingeben und als Fleisch gewordenes Porzellan inklusive Vollaustattung mit rosa oder hellblau tuffendem Rockschoß, Pumps, Täschchen und farblich passendem Reifchen im Haar nach Beachtung heischen.
Klingt auch nicht verlockender? Stimmt. Aber Männer sind hinsichtlich ihrer Beigleitung vermutlich einfach leidensfähiger.

Am Wegesrand, Teil 5.

Und Ende. Vermutlich. Sag niemals nie sagt niemand kleinerer als James Bond. Und da wir mindestens so unverbindlich sein wollen wie der, gibt’s natürlich keine finalen Auskünfte über das Finale. Aber immerhin, dies könnte gleich das Ende sein. Daher aus alter Gewohnheit ein Abriss, wie es dazu kommen konnte.

Darwin -> Sydney; Verkehrsmittel: Flugzeug.
Das ist jetzt gefühlt wirklich lange her. Mal überlegen. 6. März oder so, vielleicht. Wochentag unkontrollierbar. In Darwin hat es in der Erinnerung ausschließlich geregnet, weshalb wir auch unseren Körpern reichlich Flüssigkeit zugeführt haben, um mit der Umwelt im Gleichgewicht zu bleiben.
Sydney im Anschluss fast wie ein Heimspiel. Wohlig warm in Klima und Menschen. Könnte sie auch nur ein Wort hiervon lesen, würden wir uns bei Sue für die Unterkunft bedanken. Kann sie aber leider nicht. Zehn Tage haben wir in der Stadt und drum herum genossen und Gedankenspiele gespielt, wie es wohl wäre. Niemals nie sagen wäre es.

Sydney -> Tokyo; Verkehrsmittel: Flugzeug.
Was diese Stadt hier genau ist, ist noch immer nicht klar. Der Prototyp von Stadt vermutlich. Das neueste und am weitesten entwickelte Produkt aus der Baureihe Metropole. Fragte uns jemand nach einem Tipp für eine Städtereise. Hier.
Zum Glück haben wir die Heimstadt von Julie und Olli inklusive nachwachsenden Beitragszahlern für die Rentenkasse als Unterschlupf angeboten bekommen. Sonst hätten wir vermutlich vergessen, zwischendurch Luft zu holen.

Tokyo -> Naoshima -> Tokyo; Verkehrsmittel: Zug.
Zwei Tage Rundreise mit dem Shinkansen einem Tipp von Nanna folgend auf die Insel Naoshima. Aus Babel hinaus in eine kleine Welt voller Museen, Architektur und Kunst in unterschiedlichsten Formen. Und in eine Welt, in der niemand Englisch spricht. Beides spannend.

Tokyo -> Nikko -> Tokyo; Verkehrsmittel: Auto.
’sag nicht prächtig, bevor du nicht nikko gesehen hast.’ Sagt ein japanisches Sprichwort. Was wiederum zumindest die Reiseliteratur behauptet. Einen Japaner dazu zu befragen, ist äußerst schwierig. Er würde sich vermutlich ausgiebigst für die Frage bedanken, statt sie zu beantworten. Aber auch erfundene Sprichwörter können stimmen. Und in Nikko haben wir uns unsere Dosis japanische Tempel abgeholt. Wo wir schon Kyoto ausgelassen haben, war das mehr als fair. Unfair allerdings die Temperaturen im Bergland oberhalb Nikkos. Wir mussten durch Schnee gehen. Echten weißen. Schlimm. Zum Glück hat der gastgebende nihonsurfer das Auto gelenkt, sodass wir uns vor dem Essen im Restaurant, in dem schon Bush und Koizumi speisten, ein wenig vom Schock erholen konnten. So werden wir auf den letzten Metern doch noch Posh.

Tokyo -> Na. Ganz so weit ist es noch nicht.