Maennerkueste, Maedchenkueste.

Jetzt, wo wir an beiden seitlichen Enden alles in diesem Land gesehen, begutachtet und mit Vorurteilen vermessen haben, koennen wir viele vage Einschaetzungen abgeben. Und eines mit Sicherheit feststellen: Die Westkueste ist fuer Maenner. Die Ostkueste fuer Maedchen.
An der Westkueste definieren sich die Menschen ueber die Zahl der Zylinder ihrer Autos - 4 sind fuer Opfer, mit 6 kann man schon mal den Ellenbogen raushaengen, aber erst mit 8 geht man breitbeinig die Strasse runter - an der Ostkueste zaehlt, ob man bei der Premiere der franzoesischen Filmtage war.
An der Westkueste tragen die Menschen ihre aermellosen Shirts durchgehend fuer eine komplette Woche, weil alles frisch gewaschene eh wieder durchgeschwitzt wird, waehrend man mit dem Aermellosen an der Ostkueste nicht mal im Schnellimbiss Einlass findet.
An der Westkueste hast du keine Chance, gesellschaftlich akzeptiert zu werden, wenn du nicht spaetestens bis zum Mittag das dritte Bier am Hals hast. Und an der Ostkueste wirst du gefragt, ob dein Latte mit Voll- oder fettarmer Milch serviert werden soll. Komisch, dass trotzdem alles im Osten leben will.

Ich bin nicht dick.

Und wir sind nicht faul. Niemand sollte das denken. Drei Tage oder aehnlich ohne einen Buchstaben oder ein Bild heissen nicht, dass wir faul sind. Wir erholen uns nur. Dieses fortwaehrende Erleben ist schliesslich anstregender als einfach nur so zur Arbeit gehen oder aehnliches. Das ist man gewohnt. Das geht leicht von der Hand. Sich jeden Tag wieder neuen Dingen aussetzen hingegen, das kann ganz schoen fertig machen. Und weil es die letzten Tage hier in Darwin eh in solchen Mengen geregnet hat, dass wir alle vorherigen abfaelligen Bemerkungen ueber die ausbleibende Regenzeit bitterlich bereuen, haben wir uns erholt.
Gemacht haben wir dabei auch was, ja. Aber an die im Selbstversuch gewonnen Erfahrungen mit dem lokalen Lieblingsgetraenk Whiskey-Cola koennen wir uns leider nicht mehr erinnern. Beinahe so wenig wie Marie.

Aber. Faul sind wir nicht. Also haben wir die Formen der Shangri La-Berichterstattung auch ohne Nachfrage um die Gattung laufende Bilder erweitert. Und die Werke gleich fuer diverse Kurzfilmpreise angemeldet.
Viel Spass in Kununurra, dem Kakadu Nationalpark, in Jaipur und dem Zug nach Delhi. Noch in der Warteschleife: Shangri La auf den Spuren der Menschenverkaeufer im Nachtleben von Delhi. Lange her. Aber sicher noch heiss.